Eine weitere spannende und erfolgreiche Saison

Die Saison 2016 war für uns ein Neubeginn. Zum ersten Mal nach neun Saisons der Dreisamkeit gingen nur noch die beiden Jungs an den Start. Zoé hat wie angekündigt ihren Rücktritt durchgezogen und war „nur“ noch als Betreuerin mit von der Partie. Auf den Trainings- und Rennplätzen kamen uns ihr Wissen und ihre Erfahrung immer noch sehr zu Gute. Sie ist nach wie vor ein wichtiger und unverzichtbarer Bestandteil unseres Teams.

Kevin zeigte einmal mehr was für ein beachtliches Potential in ihm steckt. Egal an welchen Meisterschaften er auch teilnahm, er überraschte uns immer wieder. Bei den Vorbereitungsrennen in Ottobiano und Moutier finishte er auf den Plätzen 1 und 2. Danach stand für ihn bereits das erste Europameisterschaftsrennen auf dem Programm. An Brezice hat er nicht die allerbesten Erinnerungen, da er ja bekanntlich vor zwei Jahren mit einem gebrochenen Arm die Heimreise antreten musste. Trotz leichten technischen Problemen konnte er den hervorragenden 11. Gesamtrang herausfahren. Beim ersten Rennen der Schweizermeisterschaft zeigte er wo seine diesjährigen Ambitionen sind. Bereits im Zeittraining setzte er die Messlatte sehr hoch. Den Zweitplatzierten distanzierte er um fast 2 Sekunden und Platz 10 verlor schon über 15 Sekunden auf ihn. Die Rennläufe zeigten in etwa das gleiche Bild. Lauf eins, nach schlechtem Start, Zweiter (0.2 sek Rückstand) und Lauf zwei, auf souveräne Art und Weise, Erster. Dies brachte ihm gleichzeitig den ersten Sieg bei der Schweizermeisterschaft Kategorie 85ccm. Darauf folgte auch schon das erste ADAC-Rennen in Fürstlich-Drehna. Bis und mit Zeittraining lief alles perfekt. Er konnte sich als 10. seiner Gruppe direkt für die Rennen qualifizieren. Was bei 96 Startenden und bis zu drei Jahre älteren Fahrern nicht ganz selbstverständlich ist. Doch leider plagten ihn technische Probleme und er musste beide Läufe frühzeitig beenden. Nach intensiven Tests in Italien konnten wir aber das Problem endlich lösen und hatten keinen Zwischenfall mehr für den Rest der Saison. Gestärkt und mit spitzen Waffen fuhren wir nach Italien zum nächsten Europameisterschaftslauf. Trotz einer Strafversetzung um 5 Plätze kehrte er mit einem beachtlichen 14. Platz nach Hause. Das zweite Rennen zur Schweizermeisterschaft, auf einer seiner Lieblingsstrecken in Bullet, zeigte das gleiche Bild wie beim Ersten. Nach dem Gewinn des Hole-Shots zog er vorne weg und beendete Lauf eins auf dem 1. Platz. Nach zwei Stürzen in Lauf zwei musste er sich mit dem 3. Platz begnügen. Über alles gesehen, ergab dies Platz eins und Kevin konnte von zuoberst grüssen. Bei seinem zweiten Besuch in diesem Jahr in Slowenien platzierte er sich nach sehr starker Leistung auf den Rängen 10 und 8. Was zugleich auch sein erster Top-Ten Gesamtplatz in der Europameisterschaft war. Mit viel Selbstvertrauen ging es in die nächsten Rennen. Mümliswil versank im Regen und es wurde nur ein Lauf, den er als 4. beendete, durchgeführt. Das zweite ADAC-Rennen stand an. Auf der legendären Strecke von Aichwald, mit 82 Startenden, zeigte Kevin sein wohl bestes Zeittraining der Saison. Er fuhr in seiner Gruppe den unglaublichen 4. Platz heraus, was gleichzeitig der 7. Platz am Startgatter bedeutete. Leider musste das Rennen tags darauf wegen sintflutartigen Regenfällen abgesagt werden. Das Wochenende darauf wäre ein Schweizermeisterschaftslauf auf dem Programm gestanden. Da aber Petrus nicht (oder doch) auf unserer Seite stand, fuhren wir nach Portugal zum nächsten Europameisterschaftslauf. Kevin hatte gute Chancen sich für das Finale in Loket Tschechien zu qualifizieren. Er nutzte diese Möglichkeit und platzierte sich nach zwei super Läufen auf Platz sieben der Gesamtwertung. Dies bedeutete gleichzeitig die Qualifikation für die Finals! Zurück in der Schweiz ging es auch gleich an die nächsten Meisterschaftsrennen. In Broc klassierte er sich als 4. und Wochen Frist danach in Ederswiler auf Platz 2. Noch immer stand er auf Platz eins in der Schweizermeisterschaft. Am 17. Juli fand, anlässlich einer WM-Veranstaltung, das Junioren Europameisterschaftsfinale in Loket statt. Ein wenig eingeschüchtert ab der Atmosphäre und der gewaltigen Naturstrecke, brauchte er lange um seinen Rhythmus zu finden. Mit den Laufrängen 22 und 21 dürfen wir trotzdem mehr als nur zufrieden sein. Gleichzeitig bedeutete dieses Resultat auch, dass Kevin der schnellste Fahrer mit Jahrgang 2004 von ganz Europa ist! In der zweiten Saisonhälfte zollte er seinen vielen Auslandrennen ein wenig Tribut. Die nächsten vier Rennen finishte er auf den Rängen 4 oder 5. Am Ende einer harten Saison reichte es in der Endabrechnung zu Platz zwei. Was ihm den Titel Vize-Schweizermeister Kategorie 85ccm 2016 einbrachte. Zum Schluss sammelte Kevin noch einmal seine ganze Energie und bestritt mit seinen Mannschaftskameraden den Coup de l`Avenier in Belgien. Bei diesem Nationen-Cross der Junioren konnten die Schweizer 85ccm Piloten den sensationellen 2. Platz herausfahren. Es war für ihn eine hammer Saison. Wer hätte anfangs Jahr gedacht, dass der erst 12-jährige „Wurstli“ in allen Rennserien zu solchen Leistungen fähig ist?

Cyrill ist der Aufstieg auf die 250ccm 4-takt Maschine problemlos gelungen. Er fühlte sich von Anfang an unheimlich wohl auf seinem neuen Arbeitsgerät. Mit gutem Gefühl und sehr viel Selbstvertrauen, das er bei Trainingseinheiten im Team Patrick Walther bestätigt bekam, startete er zu den ersten Vorbereitungsrennen. In Ottobiano fuhr er in seinem ersten Rennen auf den 7. Platz. Eine Woche später, beim Wintercross in Frankenbach, mit sehr starker ausländischer Beteiligung, belegte er den sensationellen 3. Platz im B-Finale. Die Marschroute stimmte. Eine Woche später kam aber leider alles anders. Beim Ansetzen zu einer schnellen Trainingsrunde ging er unglücklich zu Boden und brach sich den Arm auf der Höhe Handgelenk. Zum Glück war keine Operation nötig. Doch auch so hiess es 8 Wochen Gips und das Verpassen des ersten Meisterschaftslaufs der Kategorie Lites. Diese Zeit war unheimlich hart für Cyrill. Hatte er doch so viel Speed aufgebaut. Mit Fahrradfahren hielt er sich fit und stieg Mitte Mai wieder in das Renngeschehen ein. Mit viel Wille und Motivation startete er zu seinem ersten Meisterschaftsrennen in Bullet. Leider lief auch da nicht alles nach Wunsch. Sturz in der zweiten Kurve und als Letzter dem Feld hinterher. Der Kampf hat sich gelohnt und wurde mit einem 5. Schlussrang honoriert. Das nächste Rennen in Mümliswil viel auch für ihn ins Wasser. Die Woche darauf versuchte er es auch in Aichwald, wo er aber knapp an der Quali scheiterte. Sein Rhythmus kam langsam wieder und er holte seinen Trainingsrückstand sichtlich auf. Das Meisterschaftsrennen am Samstag bei seiner Kategorie in Broc, entsprach doch eher seinen Vorstellungen. Nach einem etwas verkrampften ersten Lauf mit Platz sieben, zeigte er sein Potential im Zweiten und finishte auf Eins. Dies gab Gesamt Platz 3 und somit sein erstes Podest. Er versuchte es auch noch am Sonntag bei den InterMX2 mit den Plätzen 32 und 24, musste aber feststellen, dass die höchste Kategorie der Schweiz noch eine andere Liga ist. Ederswiler im Kanton Jura war für Cyrill die letzten Jahre eigentlich immer ein gutes Pflaster. Dies sollte auch dieses Jahr nicht anders sein. Mit zwei hammermässigen Läufen auf 1 und 2, holte er sich den verdienten Tagessieg. Die Woche darauf hat er sich erneut bei den InterMX2 in Zuckenried eingeschrieben. Die Resultate verbesserten sich, doch musste er den zweiten Lauf, wegen eines technischen Defekts frühzeitig beenden. Da Désirée und ich in Loket waren, musste Cyrill das erste Mal alleine an ein Rennen. Dank unseren Freunden, Stephan Vetter und der ganzen Familie Bögli, wurde er bestens betreut. Die Trainings verliefen sehr verheissungsvoll und er war motiviert für die Rennen. Doch leider patzte er beide Male beim Start und kam jeweils als 19. und 23. aus der ersten Runde zurück. Nach fulminanten Aufholjagten in beiden Läufen, konnte er sich auf die Ränge 6 und 11 verbessern, was in der Tagesabrechnung den 8. Gesamtplatz ausmachte. Eines der Saisonhighlights sollte das Europameisterschaftsrennen in Frauenfeld werden. Für diese wohl härteste Klasse in Europa, braucht es schon sehr viel Glück um einen Startplatz zu ergattern. Es gibt 275 Lizenzierte, von diesen dürfen gerademal 96 Fahrer zum Zeittraining und am Schluss qualifizieren sich 40 für das Rennen. Cyrill konnte sich einen der begehrten Startplätze ergattern. Extrem nervös ging er auch an die ganze Sache heran. Die ersten Runden bei sehr schwierigen Bodenverhältnissen sahen recht gut aus und auch die Zeiten waren zufriedenstellend. Cyrill kam an die Box und wir wechselten das Motorrad für das Zeittraining. Leider nur das Motorrad und nicht auch den Transponder für die Zeitmessung. So hatte er am Ende des Qualitrainings keine Zeit auf dem Monitor und somit auch keine Chance für einen Platz am Startgatter. Als allmählich der Frust nachgelassen hatte, durfte ich mich auch wieder in seine Nähe getrauen und konnte mich für meinen Fauxpas entschuldigen. Für ihn war die Sache abgehackt und er konzentrierte sich auf das nächste Rennen. Linden war angesagt. Definitiv, über all die Jahre, nicht die Strecke zu der Cyrill eine tiefe Beziehung aufgebaut hat. Nach verhaltenen Trainingsleistungen fand er in den Rennläufen die nötige Aggressivität und bestieg das Podest als 3. Platzierter. Da für ihn, bei der Kategorie Lites250, eine längere Pause angesagt war, startete er bei den Nat.Open (Platz 3) in Marly und InterMX2 in Roggenburg (Sturtzpech) und Mannens (28,27). Das nächste Rennen zur Meisterschaft in La Broye fand zeitgleich mit dem von Kevin in Malters statt. Désirée holte sich, zur Betreuung von Cyrill, Unterstützung von Dani Gämperli, der auch gleich seine Sohn Janosch mitbrachte. Das Zeittraining als Zweitplatzierter verlief vielversprechend. Leider missglückten die Starts und es krachte beide Male in der ersten Kurve. Nach starken Aufholjagten, in denen es wieder unverschuldet zu Bodenkontakt kam, beendete er die Läufe auf den Plätzen 5 und 7. Im Gesamtklassement ergab dies den 6. Schlussrang. Cyrill freute sich auf das Saisonfinale in Cossonay. Könnte er, wenn alles zu seinen Gunsten läuft, noch auf den dritten Gesamtrang vorstossen. Doch leider sahen die Wettervorhersagen richtig mies aus. Alle Veranstaltungen für den Samstag wurden wegen zu starken Regen abgesagt. Auch am Sonntag hatte man keine fairen Bedingungen angetroffen. Verschiedene Gründe, nur keine vernünftigen, führten dazu, dass das Rennen trotzdem gestartet wurde. Der erste Lauf ist schnell erzählt. Start – erste Kurve- Karambolage- Kreuzband angerissen- Motorrad zerstört. Der zweite Lauf wurde aus vernünftigen Gründen für alle Kategorien abgesagt. Zum Glück ist bei Cyrill „nur“ das Kreuzband kaputt. Es hätte weitaus schlimmere Folgen haben können, wenn man seinen Helm gesehen hat. Trotzdem ist Cyrill eine sackstarke Saison gelungen. Er holte sich den fünften Platz in der Endabrechnung und hat damit sein Saisonziel erreicht. Ohne den verpassten Saisonstart und ein-zwei kleine Durchhänger gegen Ende der Saison…. Was wäre noch möglich gewesen?

Für die neue Saison wird es einige Änderungen geben. Cyrill und Kevin haben die Chance gekriegt, für das Team Patrick Walther an den Start zur Schweizermeisterschaft zu gehen. Mit seinem Wissen und seinen Erfahrungen ist er für unsere Jungs eine riesen Bereicherung. Cyrill wird den Schritt wagen und in die InterMX2 aufsteigen. Gelegentlich Rennen bei den ADAC-Masters und bei den EMX250 sind geplant. Kevin wird seinen Fokus noch vermehrter auf die Europameisterschaft und die ADAC-Masters setzen. Wir freuen uns schon jetzt auf spannende Rennen.

Nach einer langen und anstrengenden Saison dürfen wir auf viele tolle, teils unglaubliche, Momente zurückschauen. Diese Momente wären aber ohne Eure Unterstützung nicht möglich gewesen. Für Euer Engagement möchten wir von ganzen Herzen „Danke“ sagen.

Frohe Weihnachten und „es guets Neus“