„Vergangenheit ist Geschichte
Zukunft ist Geheimnis
Jeder Augenblick ist ein Geschenk“

Eine Saison mit unglaublich vielen Hochs und ganz, ganz wenigen Tiefs. Eine Saison in der wir wieder einmal mehr erfahren durften,  was Freundschaft und Verbundenheit bedeutet. Es ist nicht selbst-verständlich, dass Freunde Ihre Ferien für unsere Kids opfern und mit uns mal kurz nach Portugal, Frankreich, Slowenien oder Italien fahren, um uns die Möglichkeit zu geben an einem Europameister-schaftsrennen teilzunehmen. Dass man stets mit Gewehr bei Fuss steht und Hilfestellung leistet, wo es nur geht. Sei es bei der Wartung/Reparatur der Motoren, bei der Betreuung an einem Renntag oder wo auch immer eine helfende Hand gebraucht wird. Diese grosse Unterstützung auch im finanziellen Bereich ermöglicht es den beiden Jungs ihren Sport erfolgreich auszuüben.

Kevin ging schon sehr fokussiert in die Vorbereitung für die anstehende Saison. Die vielen Trainings-einheiten in Spanien, im tiefen Sand von Sardinien und Belgien hatten sich ausbezahlt. Er hatte in allen Belangen nochmals einen Schritt nach vorne gemacht  und war bereit für die Saison. Am Anfang war noch nicht ganz klar auf welche Meisterschaft er sich konzentrieren will. ADAC, Europameisterschaft oder die Schweizermeisterschaft. Da es sehr viele Überschneidungen gab, konnten nicht alle Rennen unter einen Hut gebracht werden. Er entschied sich für die Schweizermeisterschaft, mit dem Ziel, dort den Titel für sich, das Team und die Firma Hostettler zu holen. Die Vorbereitungsrennen bestätigten seine gute Form. Konnte er sie doch praktisch alle gewinnen. In Payern kam dann die Stunde der Wahrheit. Das erste Meisterschaftsrennen stand an. In eindrücklicher Art und Weise bestätigte er seine Ambitionen und gewann souverän das Rennen. In der Schweizermeisterschaft gab es dann eine grössere Pause und wir nutzten die Zeit, um uns an der Europameisterschaft zu behaupten. Schon das erste Rennen in Italien zeigte, dass Kevin auch auf diesem hohen Niveau mithalten kann. Am Ende der Europameisterschafts-Serie qualifizierte er sich für das Finale, an dem nur die besten 40 aus ganz Europa teilnehmen durften. Da es wieder eine Überschneidung mit der Schweizermeisterschaft gegeben hätte, verzichtete er aber auf den Start in Tschechien. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er eine blitzsaubere Weste. Er gewann alle Läufe und somit auch alle Rennen, teilweise auf unglaublich souveräne und überlegene Art. Das nächste Highlight stand bereits eine Woche später an. Wir machten uns auf den Weg nach Estland, um dort an der Junioren-Weltmeisterschaft teilzunehmen. An diesem Event wollten sich über 80 Fahrer für das sonntägliche Finale qualifizieren, doch nur 40 können dann an den Start. Das Level war unglaublich hoch und trotzdem glaubte Kevin an seine Chance. Schon im Freitraining zeigte sich, dass er nicht nur „zum Plausch“ so weit angereist war. Es kam noch besser als geglaubt und er konnte bereits nach seinem Zeittraining den Arbeitstag beenden und unter die Dusche gehen. Mit Startplatz 26 waren wir natürlich mehr als nur zufrieden. Doch Kevin wäre nicht Kevin, wenn er sich mit dem Erreichten zufrieden gegeben hätte. Die Quali ist das eine, aber mit Punkten lässt sich besser leben. Im ersten Lauf zeigte er wohl sein bestes Motocross überhaupt. Nach einem katastrophalen Start, Platz 39 nach der ersten Kurve, setzte er zu einer Verfolgungsjagt sondergleichen an. Er überholte Fahrer um Fahrer und finishte am Ende als 13. Der zweite Lauf verlief in etwa gleich. Schlechter Start und wieder von zu Hinterst nach weit Vorne, auf den 17. Platz. Over all ergab das den 16. Gesamtrang an der Junioren-Weltmeisterschaft. Er hat unglaubliches geleistet und kann mit Stolz sagen, dass er zu den 20. schnellsten Fahrer der ganzen Welt gehört. Zurück in der Schweiz konzentrierte er sich nun voll und ganz auf die Schweizermeisterschaft. Das nächste Rennen in Linden glückte ihm nicht wie gewohnt, er patzte im ersten Lauf und wurde „nur“ Dritter. Im zweiten Lauf korrigierte er den Umstand und finishte als Erster. Dies ergab den zweiten Gesamtrang: Er war immer noch auf Titelkurs. Das nächste Rennen konnte er wieder für sich entscheiden und er hatte nun noch vier Läufe zur Verfügung, in denen er mindesten einmal Zweiter und einmal Dritter werden musste. Doch Kevin wäre wieder nicht Kevin, wenn er dies nicht bereits bei der ersten Möglichkeit in Mümliswil genutzt hätte. Er holte genau die geforderten Punkte und stand bereits ein Rennen vor Schluss als Schweizermeister 2017 fest! Das krönende Abschlussrennen in Grosswangen wurde für ihn ein Genuss und er konnte das Rennen mit der anschliessenden Feier sichtlich geniessen. Eine Woche später fuhr er noch ein ADAC Rennen in Holzgerlingen. Die beiden Rennläufe gelangen ihm nicht nach Wunsch und er musste sich, unter Wert, mit dem neunten Schlussrang zufrieden geben. Als Abschluss der Saison durfte er nochmals am Coupe de l´Avenir in Belgien teilnehmen. Dort erreichte er mit seinen Teamkameraden den für sie sicherlich enttäuschenden siebten Platz. Über alles gesehen war es eine perfekte Saison mit enorm vielen Höhepunkten.

Nächstes Jahr wird er sein Arbeitsgerät wechseln. Er wird mit einer Yamaha YZ125 an das Startgatter rollen. Die ersten Trainingseinheiten in Belgien und Italien haben gezeigt, dass er keine grosse Mühe hatte mit der Umstellung. Wir sind gespannt und freuen uns auf die Tage in Spanien.

Cyrill wechselte auf diese Saison in die Inter MX2 Kategorie. Das Level dort ist gewaltig hoch. Durch seinen Kreuzbandriss im letzten Rennen der Saison 2016 hatte er einen gewaltigen Trainingsrück-stand. An körperliche Fitness war bis zu den Weihnachtsferien nicht zu denken. Dort versuchte er so gut es ging die Einheiten zu absolvieren. Den ganzen Januar trainierte er fleissig an seiner Kondition und machte sichtlich Fortschritte. Er freute sich auf die anstehende Trainingswoche in Sardinien. Doch leider holte ihn das Schicksal erneut auf den harten Boden zurück. Durch einen Virus komplett geschwächt war an kein geregeltes Training zu denken. Der Rückstand auf die Marschtabelle wurde immer grösser. Ein Rückstand, der sich wie es sich im Laufe der Saison herausstellte, nicht mehr aufholen liess. Die Vorbereitungsrennen waren eher von bescheidener Natur und vielleicht auch noch viel zu früh für ihn. Doch stand leider auch schon das erste Meisterschaftrennen in Wohlen an. Immer noch nicht auf dem gewünschten Fitnesslevel, mühte er sich regelrecht ab. In Payern, seiner Lieblingsstrecke, holte er sich die ersten Meisterschaftspunkte. Die nächsten Rennen beendete er meistens in den Punkterängen oder leicht darüber. Immer wieder hinderten ihn kleine Fehler oder unverschuldete Missgeschicke zu besseren Resultaten. Zwischendurch fuhr er noch einige Rennen bei der Lites-Kategorie oder bei der MXRS Serie. Dort konnte er ohne Druck seine Rennen fahren. Diese Rennen taten seiner Seele gut und motivierten ihn auf Neue. Leider konnte er den einge-fahrenen Trainingsrückstand nicht mehr aufholen und er beendete seine Saison auf dem 29. Platz. Für Cyrill leider die zweite Saison in Serie, die ihn wegen Trainingsrückstand infolge von Verlet-zungen, weit zurück warfen. Für nächste Saison nimmt er sich eine Auszeit. Da er wegen der Berufsmatura im Februar einen Monat im Ausland weilt und dann im Frühling die Abschlussprü-fungen anstehen, sieht er wieder keine Aussichten auf eine optimale Saisonvorbereitung. Dies möchte er sich, verständlicherweise nicht noch einmal antun. Er wird weiterhin mit uns die Wochen-enden auf den Trainingspisten verbringen und mit Kevin um die Wette fahren. Er wird auch, wenn es die Zeit zulässt, das Eine oder Andere Rennen bestreiten.

Zoé hatte aus einer Laune heraus plötzlich das Gefühl, sie müsste unbedingt in Spanien auch wieder einmal auf ein Motorrad sitzen. Da wir noch eine 125-er dabei hatten, liessen wir ihre Laune gewähren. Dass sie einmal eine ganz schnelle war, konnte man schon nach den ersten Metern erkennen. Aus der Laune heraus, entstand wieder sehr viel Spass am Motorradfahren. In den ersten Wochen wollte sie nur trainieren. Plötzlich stand sie mit dem Rennplan da und sagte, dass sie doch 3 Rennen fahren möchte. Sie fing an noch intensiver zu trainieren und legte beachtliche Resultate hin. Im ersten Rennen wurde sie achte, dann siebte und am Schluss schaute sogar der sechste Rang bei den FMS Women heraus. Sie hatte so viel Spass an der Rennerei, dass sie auch noch die beiden letzten MXRS-Rennen bestritt und beide ganz souverän gewann. Nächstes Jahr möchte sie die ganze Saison bestreiten und wenn möglich ums Podest mitkämpfen. Wer Zoé kennt, weiss dass sie alles daran setzen wird. Sie hat sich auch bereit erklärt, mit Kevin im tiefen Sand von Sardinien zu trainieren!

Wir werden an den Weihnachten in Spanien wieder mit dem Motorrad-Training beginnen. Bis dahin werden verpasste Termine nachgeholt, Feste gefeiert, Geist und Seele erfreut, Fuhrpark auf Vordermann gebracht und Kondition gebüffelt. Es ist uns ein Bedürfnis, uns bei euch allen für die Unterstützung, die tollen Momente, die Bier-Gespräche und für die helfenden Hände zu bedanken.

MX-Team-Brumann